Unterschrank geöffnet mit herausgefahrenem LeMans-Auszug und Töpfen

LeMans-Auszug vs. Topfkarussell

Wie entscheiden? – Hier kommt ein detaillierter Pro-und-Contra-Vergleich zwischen einem LeMans-Auszug und dem klassischen Topfkarussell (Eck-Drehschrank) als praktische Checkliste für eure Küchenplanung.

1. Der LeMans-Auszug

Bei diesem System schwenken die tablettförmigen Ebenen nacheinander elegant und vollständig vor den Küchenkorpus. 

Pro (Vorteile)

  • Maximale Ergonomie: Die Tableaus fahren komplett aus dem Schrank heraus. Man greift von oben auf Töpfe und Pfannen zu, ohne sich in den Schrank beugen zu müssen.
  • Unabhängige Bedienung: Jede Ebene lässt sich einzeln und unabhängig von der anderen herausziehen.
  • Kein Verkeilen im Schrank: Da die Bewegung nach draußen stattfindet, können zu hoch gestapelte Utensilien die Mechanik beim Öffnen nicht blockieren.
  • Eignung für schwere Lasten: Hochwertige LeMans-Auszüge tragen oft bis zu 25 kg pro Boden und sind extrem robust gelagert.
  • Komfort-Features: In der Regel mit Antirutsch-Matten und gedämpftem Einzug (Soft-Close) ausgestattet.

 

Contra (Nachteile)

  • Höherer Platzbedarf vor dem Schrank: Da die Böden komplett herausfahren, blockieren sie im ausgezogenen Zustand den Gehbereich in der Küche temporär vollständig.
  • Verschenkter Raum in der Ecke: Die geschwungene Form der Tableaus nutzt die rechteckige Grundfläche des Eckschrankes nicht zu 100 % aus.
  • Anfälligkeit bei Überladung: Wenn Gegenstände über den Rand ragen, können sie beim Einschwenken an die Korpuswand stoßen.
  • Anschaffungskosten: Der LeMans-Mechanismus ist in der Herstellung und Montage teurer als ein einfaches Karussell.

 

Topfkarussell im Eck-Unterschrank einer Nobilia-Küche
Topfkarussell im geöffneten Eck-Unterschrank

2. Das Topfkarussell (Drehschrank)

Hier drehen sich kreisrunde oder dreiviertel-kreisrunde Böden um eine zentrale Mittelachse im Inneren des Schrankes.

Pro (Vorteile)

  • Beste Raumausnutzung der Stellfläche: Bei einem Dreiviertelkreis-Karussell wird ein sehr großer Teil der tatsächlichen Ecken-Grundfläche als Lagerplatz genutzt.
  • Schneller Rundum-Zugriff: Durch einfaches Drehen holen Sie jeden Topf mit minimalem Kraftaufwand nach vorne.
  • Kein Blockieren des Raumes: Die gesamte Drehbewegung findet unsichtbar im Schrank statt. Die Küche bleibt beim Suchen begehbar.
  • Kosteneffizienz: Das Karussell ist ein bewährter Standardbeschlag und preislich meist attraktiver als High-End-Schwenkauszüge.

 

Contra (Nachteile)

  • Das „Hinter-den-Schrank-Fall“-Problem: Fliegt ein Deckel oder ein kleinerer Topf während des Drehens vom Karussellboden, fällt er in den hinteren, unzugänglichen Bereich des Schrankes. Der Ausbau ist oft mühsam.
  • Zentrale Mittelachse stört: Die vertikale Stange in der Mitte des Schrankes schränkt das Abstellen von sehr sperrigen, breiten Brätern oder langen Pfandstielen ein.
  • Ergonomie-Einschränkung: Man muss weiterhin von vorne in den Schrank hineingreifen; die Böden kommen einem nicht entgegen (wie beim LeMans).
  • Verschleiß bei ungleicher Last: Wird das Karussell einseitig mit extrem schweren Töpfen beladen, kann die Drehachse mit der Zeit schief hängen oder schleifen.

 

LeMans-Auszug im Unterschrank in einer Nolte-Küche
LeMans-Auszug im geöffneten Unterschrank

Kurz gefasste Entscheidungshilfe:

  • Wählt den LeMans-Auszug, wenn Ihr maximalen Komfort sucht, euch nicht bücken möchtet und eine Küche habt, in der geöffnete Auszüge die Laufwege nicht blockieren.
  • Wählt das Topfkarussell, wenn Ihr euer Budget schonen wollt, primär runde Töpfe lagert und eine kompakte Küche habt, in der jeder Zentimeter Bodenfläche beim Kochen frei bleiben muss.
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