Design-Dunstabzugshauben von Silverline auf der IFA 2018

Gerätetrends von der IFA 2018

Smart – im Deutschen ist damit ursprünglich eher "fesch" oder "gewandt" gemeint. Im Englischen bedeutet das Wort aber auch "klug" und "gewitzt". Kaum zu glauben, aber all das soll mittlerweile auch auf Hausgeräte zutreffen ...

Spruch am Messestand von Electrolux auf der IFA 2018"Do what you can't" oder "Don't worry be App" – solche Werbesprüche empfingen Besucher auf den letzten Metern vor dem Betreten des IFA-Messegeländes. Übersetzt auf Küchengeräte könnte das heißen: "Küchenamateure, bratet mit links das perfekte Steak!" Oder "Sorge dich nicht, dein Kühlschrank sorgt für dich!" Ob's in der Praxis dann wirklich so leicht ist, wird sich zeigen. Doch die Hersteller im Haus- und Küchengerätebereich setzen alles daran, solche Versprechungen wahr zu machen. Richten soll's ausgefeilte Sensortechnik, Automatisierung und funktionale Erweiterung.

Zum Beispiel bei den oben abgebildeten designstarken Dunstabzugshauben. Auch wenn's für manche so aussieht, als würde der Kochfeldabzug den von der Decke hängenden Wrasenabzug verdrängen – solche Exponate werden überleben. Silverline spricht von "fokussierter Extraktion" und meint damit, dass seine Dunsthauben höhenverstellbar sind, sodass Kochdünste keine Chance haben, in die Küche zu entweichen. Sensortechnik ist im Spiel, wenn das Gerät seine Leistung ganz von selbst an die Stärke der aufsteigenden Dämpfe anpasst.

Smart Grow Pflanzbehälter von Bosch auf der IFA 2018 Geräte mit abgestimmter Sensortechnik

Auch bei anderen Küchengeräten nimmt eingebaute Sensorik seinen Nutzern Handgriffe ab. Geschirrspüler wie die G-7000-Gerätereihe von Miele dosieren autonom das Spülmittel anhand des gemessenen Verschmutzungsgrads. Neueste Induktionskochfelder "wissen", wann der Pfannkuchen gewendet werden muss und geben Meldung. (Das mit dem Wenden wird vielleicht auch noch kommen.) Grundig-Kühlschränke "riechen", wie lange das Frischfleisch oder der Fisch noch genießbar sind. Pflanzgefäße von Bosch steuern selbsttätig Licht und Feuchtigkeit.

Freilich ist das alles dann auch immer per Smartphone-App steuerbar. Je mehr Computertechnik in unsere Haushaltshelfer kommt, desto einfacher lassen sich verschiedene Geräte auch vernetzen. So koppelt Electrolux die innit-App mit seinen Kühlschränken und Kochfeldern und hilft damit beim Planen, Zutatenkauf und Zubereiten antiallergischer Mahlzeiten. Mit im Spiel sind hier ein kalifornisches Startup und Sony, dessen Projektor das Kochfeld in einen interaktiven Touchscreen verwandelt.

Messestand Smart Kitchen Electrolux IFA 2018Vernetzung ist angesagt – auch unter Herstellern

Apropos Kooperation: Umso mehr Hersteller – den Anschein erweckte die IFA 2018 – integrieren die Sprachsteuerung von Amazons Alexa oder Google Home in ihre Hausgeräte. Selbst wenn solche Technik besonders unter deutschen Verbrauchern auf viel Skepsis stößt (dazu hat die gfu eine Studie in Auftrag gegeben) – der Reiz des Befehle-Austeilens ist für viele doch unwiderstehlich: Ein ganz persönlicher Diener, der sich mit einem rüden "Mach mal!" aktivieren lässt und immer genauer auf seinen Besitzer einstellt – von solchen Geräten soll man sich nie mehr trennen wollen. So die Vision der Hersteller.

Sprachsteuerung könnte jedoch auch für Barrierefreiheit sorgen. Gerade Sehbehinderte bleiben beim Großteil der technischen Neuerungen nämlich direkt außen vor. Der zunehmende Anteil an Touchscreens in Küchengeräten wird ihnen das Leben schwer machen. Einzig Handyhersteller wie Panasonic stellten dieses Thema auf der IFA in den Vordergrund und präsentierten Mobiltelefone mit haptisch wahrnehmbar ausgerichteten Tasten. Ob es auf der IFA 2019 mehr um solche Zielgruppen gehen wird?

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